ATIVAN / TEMESTA / LORAZEPAM


Wirkmechanismus

Lorazepam wirkt, abhängig von der eingenommenen Wirkstoffmenge, beruhigend, angstlösend, muskelentspannend und krampflösend.

Dosierung

Die genaue Dosierung wird vom betreuenden Arzt entsprechend dem individuellen Krankheitsbild festgelegt. Hier angegeben sind lediglich Richtwerte.

Bei Angstzustände und psychovegetative Störungen werden 1-3mg pro Tag in 2-3 Einzeldosen mit der Hauptdosis abends eingenommen, z. B. je 0,5mg morgens und mittags und 1mg abends.

Bei Schlafstörungen werden in der Regel 1mg vor dem Schlafengehen eingenommen.

Bei einem epileptischer Anfall werden 4mg Lorazepam langsam in die Vene gespritzt, gegebenenfalls Wiederholung nach 10 Minuten.

Zur genauen und individuellen Art und Dauer der Einnahme oder Anwendung der einzelnen Präparate, die diesen Wirkstoff enthalten, fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker.

Weitere Hinweise entnehmen Sie bitte der jeweils mitgelieferten Fachinformation.

Anwendungshinweise

Bei Anwendung von Medikamenten mit diesem Wirkstoff ist eine regelmäßige Überwachung des Krankheitsverlaufs erforderlich. Die langfristige Einnahme und eine eigenständige Dosiserhöhung können zu Abhängigkeit führen. Lorazepam darf nur ausschleichend abgesetzt werden, nicht plötzlich, da es sonst zu Entzugserscheinungen wie Schwäche, Schwindel, Wahrnehmungsstörungen, Angst, Schlaflosigkeit, Unruhe, Zittern und Krämpfen kommen kann.

Aufgrund der beruhigenden Wirkung kann es auch am Tag nach einer Einnahme zu länger anhaltender Müdigkeit, einer herabgesetzten Fahrtüchtigkeit und je nach Tätigkeit zu einer Gefährdung am Arbeitsplatz kommen.

Gegenanzeigen und Anwendungsbeschränkungen

Bei Medikamenten-, Drogen- und Alkoholabhängigkeit dürfen Medikamente mit diesem Wirkstoff nicht eingenommen werden. Auch bei bekannter Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff sowie bei Muskelschwäche (Myasthenia gravis) darf Lorazepam nicht eingenommen werden.

Mit Vorsicht angewendet werden sollte Lorazepam bei Suchtkrankheiten, bei Engwinkelglaukom (grüner Star), bei chronischer Bronchitis und Asthma.

Nebenwirkungen

Es können Verwirrtheitszustände oder sogenannte paradoxe Reaktionen mit Erregungszuständen auftreten. Außerdem kann es zu Muskelschwäche und Gleichgewichtsstörungen kommen. Selten können Atemlähmung und eine Verlangsamung des Herzschlags auftreten.

Bei Einnahme über einen längeren Zeitraum kann es zu körperlicher und seelischer Abhängigkeit kommen.

Aufgeführt wurden hier lediglich die wichtigsten und häufigsten Nebenwirkungen. Jeder Mensch reagiert in anderer Weise und höchst individuell auf Medikamente. Es ist daher nicht vorherzusagen, ob überhaupt und in welchem Ausmaß die oben genannten Nebenwirkungen auftreten.

Wechselwirkungen

Lorazepam verstärkt die Wirkung von anderen beruhigenden Medikamenten (z. B. Diazepam) sowie von Alkohol. Bei gleichzeitiger Einnahme von Mitteln, die ein bestimmtes Abbausystem in der Leber hemmen, z. B. Medikamente mit Cimetidin (magensäurehemmendes Mittel), Östrogene (zur Verhütung oder Behandlung von Wechseljahresbeschwerden, z.B. Estradiol), Isoniazid (Mittel gegen Tuberkulose), kann die Wirkdauer von Lorazepam verlängert sein.

Aufgeführt sind hier lediglich ausgewählte Beispiele für Wechselwirkungen mit anderen Wirkstoffen. Lassen Sie sich in jedem Fall individuell beraten und informieren Sie Ihre behandelnden Ärzte über alle Medikamente, die Sie regelmäßig einnehmen, um solche Wechselwirkungen möglichst gering halten zu können.

Schwangerschaft und Stillzeit

Während der Schwangerschaft sollten Medikamente mit diesem Wirkstoff nicht eingenommen werden. Bei der Einnahme vor oder während der Geburt sind Nachwirkungen beim Säugling wie Schläfrigkeit und Trinkschwäche möglich.

Der Wirkstoff geht in die Muttermilch über, deshalb darf Lorazepam während der Stillzeit nicht eingenommen werden.